
Vorsicht Haftungsfallen – für Ingenieure, Ingenieurinnen und technische Fach- und Führungskräfte
Gerade in einer Arbeitswelt mit komplexen Projekten, internationaler Zusammenarbeit und steigenden Dokumentationspflichten ist fundiertes Wissen zu Haftung, persönlicher Haftung, Verantwortung und Rechtssicherheit entscheidend. Wer Risiken kennt, kann sie vermeiden – und stärkt so nicht nur die eigene Karriere, sondern auch die Sicherheit und Stabilität des gesamten Unternehmens.
Aber was bedeutet das eigentlich genau?
Dieses Seminar zeigt, wo rechtliche Fallstricke im Alltag lauern, wie aus technischen Risiken persönliche Haftung entstehen kann und welche Maßnahmen Schutz bieten. Von Betriebs- und Anlagensicherheit über Arbeits- und Produkthaftung bis hin zu spektakulären Großschadensereignissen werden reale Szenarien beleuchtet.
Dabei geht es nicht um Paragraphenwissen, sondern um praxisnahe Einordnung, die hilft, Gefahren rechtzeitig zu erkennen und im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben.
Zum Thema
Ingenieurinnen, Ingenieure sowie technische Fach- und Führungskräfte tragen täglich ein hohes Maß an Verantwortung. Ob in Planung, Entwicklung, Projektleitung oder im operativen Betrieb – kleine Fehler oder fehlendes Wissen über rechtliche Rahmenbedingungen können schnell zu schwerwiegenden Haftungsfällen führen. Besonders kritisch ist die Gefahr der persönlichen Haftung, die nicht nur das Unternehmen, sondern auch die handelnden Personen direkt betreffen und im Ernstfall existenzbedrohend sein kann.
Die Veranstaltung „Vorsicht Haftungsfallen – für IngenieurInnen und technische Fach- und Führungskräfte“ sensibilisiert praxisnah für typische Risiken. Sie vermittelt aktuelle rechtliche Grundlagen, zeigt konkrete Fallbeispiele und liefert Strategien, wie Haftungsrisiken erkannt, minimiert und die eigene Position rechtlich abgesichert werden können.
Zielsetzung
- Eigene Verantwortung verstehen
- Klarheit über die rechtlichen Grundlagen von individueller und unternehmerischer Haftung gewinnen.
- Typische Risikofelder im technischen Alltag (Anlagensicherheit, Arbeitsschutz, Produkthaftung, Verkehrssicherungspflichten) identifizieren.
- Einschätzen, wie technische Störungen, Unfälle oder organisatorische Defizite in strafrechtliche, zivilrechtliche oder aufsichtsrechtliche Folgen münden können.
- Prävention und Risikominimierung anwenden
- Rechtssicherheit erhöhen
Teilnehmerkreis
- Führungskräfte
- Technische Leitung
- Ingenieurinnen und Ingenieure mit Personal- oder Projektverantwortung
- Betriebs- und Werksleitungen
- HSE-Manager (Health, Safety, Environment)
- sowie alle, die in Industrie- und Technologieunternehmen Verantwortung für Sicherheit, Abläufe und Compliance tragen.
Programm
Vorläufige Gliederung (Es ist möglich, dass sich die Gliederung und die Inhalte je nach Bedarf der Gruppe ändern)
Teil 1 – Grundlagen
1. Einführung und Zielsetzung
- Persönliche vs. Unternehmenshaftung
- Erwartungsabfrage / Praxisbeispiele der Teilnehmenden
2. Quellen persönlicher Haftung
- Betriebs- und Anlagensicherheit, Arbeitsschutz, Produkthaftung
- Verkehrssicherungspflichten und Großschadensereignisse
3. Haftung bei Unterlassen und Fahrlässigkeit
- Garantenstellung
- Abgrenzung von Fahrlässigkeit und strafbarer Pflichtverletzung
4. Zivilrechtliche Haftung vs. strafrechtliche Verantwortung
- Schadensersatzpflichten vs. persönliche Strafen
- Risiken für Vermögen, Karriere und Reputation
Teil 2 – Risikofelder & Prävention (erweitert)
5. Technische und organisatorische Risikofelder
- Betriebs- und Anlagensicherheit: Instandhaltung, Prüfungen, Störungsmanagement
- Arbeits- und Gesundheitsschutz: Verantwortung für Mitarbeitersicherheit, Delegation, Kontrollpflichten
- Produkthaftung und Innovation: CE-Kennzeichnung, Digitalisierung, KI, Cybersecurity
6. Organisationsverantwortung und Delegation
- Aufbau klarer Zuständigkeiten
- Auswahl-, Überwachungs- und Instruktionspflichten
- Typische Fehler bei der Delegation
7. Compliance und Risikomanagement
- Interne Richtlinien, Audits und Zertifizierungen
- Zusammenarbeit mit Rechtsabteilung, Fachstellen und Behörden
- Frühwarnsysteme und kontinuierliche Risikobewertung
8. Dokumentation als Schutzinstrument
- Welche Dokumentation schützt vor persönlicher Haftung?
- Typische Nachweislücken aus der Praxis
- Dokumentation zwischen „Praxisgerecht“ und „gerichtsfest“
9. Versicherung und persönliche Absicherung
- D&O-Versicherung: Nutzen, Grenzen, Missverständnisse
- Persönliche Vorsorge und Vertragsgestaltungen
Teil 2 wird fortgesetzt
Teil 3 – Krisenbewältigung & Praxis (reduziert)
10. Handlungsfähigkeit im Ernstfall
- Erste Schritte nach Unfällen oder Störfällen
- Zusammenarbeit mit Ermittlungs- und Aufsichtsbehörden
11. Best Practices & Lessons Learned
- Ausgewählte Fallstudien (z. B. Ludwigshafen, Eschede, Transrapid)
- Kernaussagen und Handlungsempfehlungen für Führungskräfte
12. Abschluss & Diskussion
- Zusammenfassung der wichtigsten Take-Aways
- Fragen und Erfahrungsaustausch
Referenten
Seit 2013 Partnerin bei der Kümmerlein, Simon & Partner Rechtsanwaltsgesellschaft mbB in Essen,
regelmäßige Veröffentlichungen in einschlägigen Kommentaren und Zeitschriften,
umfängliche Referententätigkeit zu Haftungsfragen,
Preise
mehrwertsteuerfrei, einschließlich veranstaltungsgebundener digitaler Arbeitsunterlagen sowie Catering und Getränken bei Präsenz-Teilnahme
Ausgewählter Termin
Mi. 13.10.2027, 17:00 Uhr
Hollestr. 1
45127 Essen
Digitaler Campus
Ansprechpartner
info@hdt.de
+49 201 1803-1
Ute Jasper
U.Jasper@hdt.de
+49 201 1803-239