
Vorbeugender Brandschutz für elektrische Anlagen
Mehr als 30% der Brände in Gebäuden lassen sich auf elektrische Anlagen zurückführen. Oft sind Isolationsschäden, heiße oder falsch ausgewählte elektrische Betriebsmittel die Ursache. Das Seminar zeigt wie sich die Risiken für einen Brand verringern bzw. vermeiden lassen. Dabei werden sowohl die technischen Zusammenhänge erläutert, die Auswahl von elektrischen Betriebsmitteln für den jeweiligen Einsatzfall besprochen sowie vorbeugende Maßnahmen vorgestellt, die elektrisch gezündete Brände verhindern können. Darüber hinaus gibt das Seminar einen Überblick über das VdS-Regelwerk der Feuerversicherer für elektrische Anlagen sowie der dazugehörigen relevanten VDE-Normen zur Thematik vorbeugender Brandschutz. Abschließend werden typische Mängel aus der Praxis eines Sachverständigen sowie deren Behebungsmöglichkeiten vorgestellt.
Zum Thema
Gewerbliche Gebäudefeuerversicherungen reduzieren die wirtschaftlichen Folgen eines Brandes für den Betreiber. Im Gegenzug dazu werden seitens der Versicherer oft regelmäßige Überprüfungen der elektrischen Anlagen durch Sachverständige gefordert (sog. VdS-Prüfung der elektrischen Anlage). Das Seminar zeigt u.a. worauf bei der Auswahl der elektrischen Betriebsmittel zu achten ist. Außerdem gibt es Einblicke in die fachgerechte Errichtung und Instandsetzung von elektrischen Anlagen und reduziert dadurch das Brandrisiko.
Zielsetzung
Das Seminar vermittelt den Teilnehmern die technischen Grundlagen, erläutert die Schutzziele und gibt einen Überblick über die wichtigsten Normen, Vorschriften, Richtlinien und Regeln zur Thematik vorbeugender Brandschutz in elektrischen Anlagen. Dabei wird insbesondere auch auf die Sicht der Feuerversicherungen und deren technische Regelwerke (sog. VdS-Richtlinien) eingegangen. Das vermittelte theoretische und praktische Fachwissen soll dabei die Planung, Errichtung und Prüfung von elektrischen Anlagen in der betrieblichen Praxis, insbesondere in feuergefährdeten Betriebsstätten, fördern.
Teilnehmerkreis
Planer, Errichter, Technische Leiter und Elektrofachkräfte aus Handwerk, Verwaltung und Industrie, die sich mit der Planung, Errichtung, Prüfung und dem Betrieb von elektrischen Anlagen beschäftigen.
Programm
- Erläuterung des Begriffes „feuergefährdete Betriebsstätte“
- Welche drei Kriterien beschreiben eine feuergefährdete Betriebsstätte?
- Was sind einer feuergefährdeten Betriebsstätte „gleichzustellende Risiken“?
- Allgemeines zum Brandschutz
- Aus Fehlern anderer lernen (Fotos aus der Praxis)
- Vorbeugender Brandschutz in elektrischen Anlagen Teil 1/3
- Relevante VDE-Normen und VdS-Richtlinien
- Auswahl von elektrischen Betriebsmitteln in Abhängigkeit des Einsatzortes
- Erläuterungen zur IP-Schutzart
- Isolationsfehlen vorbeugen durch ausgewählte Verlegeart und Netzformen
- Kurz- und erdschlusssichere Verlegung
- Bedeutung von Isolationsmessungen
- Isolationsfehler erkennen und Lichtbögen abschalten
- Bedeutung, Grundlagen und Unterschiede beim Einsatz von RCDs sowie AFDDs für den vorbeugenden Brandschutz
- Ausführungen von RCDs und ihre Einsatzbereiche
- Auswahl und Einsatz von Kabel und Leitungen
- Europäischen Brandschutzklassen und Bauproduktenverordnung
- Auswahl und Betrieb von Motoren sowie Leuchten in feuergefährdeten Betriebsstätten
Grundsätzliches zu Oberflächentemperaturen von elektrischen Betriebsmitteln
- Erläuterungen zur Klausel 3602, den Prüfrichtlinien nach VdS 2871 sowie dem Befundschein nach VdS 2229
- Typische Mängel, die bei Prüfungen gefunden werden und deren Behebungsmöglichkeiten
- Aus Fehlern anderer lernen (Fotos aus der Praxis)
Abschlussdiskussion und Klärung offener Fragen
Referenten
Nach einer handwerklichen Ausbildung zum Elektroinstallateur und anschließendem Studium der Elektrotechnik an der FH-Niederrhein war Christoph Schneppe zunächst als Service- und Inbetriebnahme-Ingenieur europaweit tätig. Nach einer Anstellung als Senior-Projektleiter und verantwortliche Elektrofachkraft (VEFK) bei einem Anlagenbauer, wechselte er anschließend zu einer großen deutschen Sachverständigen- und Prüfgesellschaft in der er als Sachverständiger beschäftigt war. Im Jahr 2012 schloss er ein berufsbegleitendes Studium der Wirtschaftswissenschaften mit den Schwerpunkten Wirtschaftsinformatik und Marketing an der Hochschule Niederrhein ab.
Christoph Schneppe betreut als freiberuflicher Sachverständiger für Elektrotechnik den Schwerpunkt baurechtliche Prüfungen. Er ist VdS-anerkannter Sachverständiger zum Prüfen elektrischer Anlagen und staatlich anerkannter Sachverständiger (Prüfsachverständiger) für Sicherheitsbeleuchtungs-, Sicherheitsstromversorgungs-, Brandmelde- und Alarmierungsanlagen.
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Dipl.-Ing. Bernd Hömberg
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