
GHS/CLP Basisseminar
GHS (Globally Harmonised System of Classification and Labelling of Chemicals) ist ein weltweit einheitliches System für Kriterien zur Einstufung und Kennzeichnung von chemischen Stoffen und Gemischen. Es wurde von den Vereinten Nationen entwickelt, um weltweit ein hohes Schutzniveau für die Mensch und Umwelt zu schaffen und durch die Standardisierung den Welthandel zu vereinfachen.
In Europa wurde das GHS 2009 durch die Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen (CLP-Verordnung = Classification, Labelling, Packaging of Chemicals) implementiert und ist seit dem 20. Januar 2009 in Kraft.
Durch das GHS sollen weltweit die von Chemikalien beim Herstellen, Inverkehrbringen und Verwenden ausgehende Gefahren einheitlich beschrieben, bewertet und kommuniziert werden.
Mitarbeiter in Unternehmen, die gefährliche Stoffe und Gemische herstellen, anwenden, lagern oder handeln, müssen die CLP-Verordnung zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung sicher anwenden können.
Das 2-tägige Basisseminar bietet eine Einführung mit zahlreichen Übungen in Eigenarbeit, die den bewährten Anspruch eines gelingenden Praxistransfers unterstreichen.
Zum Thema
Das Seminar informiert über die Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen und Gemischen gemäß deren physikalisch-chemischen, gesundheits- und umweltgefährdenden Eigenschaften.
Grundlagen und Prinzipien der europäischen CLP-Verordnung werden vorgestellt. Die Rechenmethode zur Ermittlung der Einstufungen von Gemischen werden unter Verwendung geeigneter Hilfsmittel erläutert und auf Problemfelder aufmerksam gemacht.
Gefahrenklassen, Gefahrenkategorien, Kennzeichnungselemente, besondere Kennzeichnungsvorschriften, -ausnahmen und -erleichterungen werden ebenso wie GHS-Elemente im Sicherheitsdatenblatt und ein Vergleich mit dem Transportrecht präsentiert.
Zahlreiche Übungen in Eigenarbeit, die sich jeweils unmittelbar an die jeweilige Theorie anschließen, haben sich für den Praxistransfer bewährt.
Das Seminar schließt mit einem Abschlusstest zur Selbstkontrolle.
Zielsetzung
Nutzen Sie das GHS-/CLP-Basisseminar zur Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen und Gemischen. Lernen Sie die Grundlagen und Prinzipien des europäischen GHS kennen.
Nutzen Sie die Möglichkeit, das neu erworbene Wissen unmittelbar in Übungen anzuwenden, um in einem gelungenen Praxistransfer Ihre Stoffe und Gemische selbst korrekt einstufen zu können.
Teilnehmerkreis
Für alle in der EU verantwortlichen Mitarbeiter/innen, die chemische Produkte herstellen, einführen, vertreiben oder verwenden (= Hersteller, Händler und Verwender chemischer Produkte). Chemische Grundkenntnisse sind dabei vorteilhaft.
Programm
- Vorstellung, Organisation
- GHS - ein internationaler Standard
Die CLP-Verordnung (Aufbau, ATPs, Fristen)
- Grundlegende Begriffe
- Einstufung von Stoffen (Legaleinstufung und Selbsteinstufung)
- Einstufung von Gemischen (Prüfdaten, Übertragungsgrundsätze, Einstufung über die Bestandteile)
- Einstufungskriterien, Prüfmethoden
- Vergleich mit Transportvorschriften
- Übung zu physikalischen Gefahren
- Akute Toxizität von Stoffen (Einstufungskriterien, Mindesteinstufung)
- Akute Toxizität von Gemischen (Additivitätsformel)
- Übung zur akuten Toxizität
- Anwendung der Excel-Tabelle zur Berechnung des ATEmix
- Gewässergefährdung kurzfristige (akute) und langfristige (chronische) Gefährdung
- Bedeutung des M-Faktors
- Übung zu Gesundheits- und Umweltgefahren
- Einstufung über die Bestandteile
- Einstufung eines Mehrkomponentengemischs
- Einstufung eines Mehrkomponentengemischs
- Hilfsmittel zur Berechnung der Gesundheits- und Umweltgefahren (Einstufungstabelle)
- CLP-Elemente im REACH Sicherheitsdatenblatt
- CLP-Elemente im REACH Sicherheitsdatenblatt
- Harmonisierung auf EU-Ebene (Anhang VIII CLP)
- Anforderungen an die Datenübermittlung
Referenten
Dr. Anita Hillmer hat in Braunschweig Chemie studiert und arbeitet seit 1995 für die Volkswagen AG. Dort ist Sie unter anderem verantwortlich für die Chemical Compliance von Prozessmaterialien für die Serienfahrzeugproduktion.
Dr. Hillmer kann auf langjährige Erfahrung auf dem Gebiet des Chemikalienrechts zurückgreifen und ist im Auftrag von ACEA als offizielle Expertin für Chemikalien-Compliance-Themen nominiert.
Sie hat mitgewirkt an der Publikation des ersten ECHA Sicherheitsdatenblatt Leitfadens und war jahrelang aktives Mitglied im von der ECHA organisierten sogenannten Exchange Network on Exposure Scenarios (ENES).
Seit 2005 praktiziert sie als Trainerin für das Haus-der Technik e.V. für Themen rund um „Chemical Compliance“.
Darüber hinaus leitet sie die Arbeitsgruppe „eSDScom“ (siehe https://www.esdscom.eu/), sowie die gleichnamige „Catena-X Expertengruppe“, die sich mit der Entwicklung und Bereitstellung eines Datenaustauschformats für Sicherheitsdatenblättern in der automobilen Lieferkette beschäftigt (Stichwort: Digitalisierung von Sicherheitsdatenblättern).
Ein Teil des eSDScom Projektes ist der europäische Standardsatzkatalog eSDSphrac (früher: EUPhraC), deren Arbeitsgruppenleitung sie seit 1996 ausübt.
Seit 2021 hat sie ein Mandat, die International Organization of Motor Vehicle Manufacturers (OICA) im UN-GHS-Unterausschusses hinsichtlich relevanter automobilbezogenen GHS-Themen zu vertreten.
Chemiestudium an der Universität Leipzig
mehrjährige Tätigkeit in der Umweltverwaltung des Landes Brandenburg
Inhaber des Unternehmens SimmChem Software
Entwicklung von Softwaresystemen zu Einstufung und Kennzeichnung
Expertisen zu speziellen stofflichen Fragestellungen
Informationen zum Chemikalienrecht (Newsletter)
Schulungsveranstaltungen zu Einstufung und Kennzeichnung gemäß CLP/GHS
Mitglied der eSDSphrac Working Group (Standardsätze für Sicherheitsdatenblätter)
Hinweise
Frau Dr. Hillmer und Herr Simmchen stehen während des Seminars auch zur Beantwortung individueller Fragen zur Verfügung. Es werden alle notwendigen Unterlagen bereitgestellt. Bitte Taschenrechner mitbringen.
Preise
mehrwertsteuerfrei, einschließlich veranstaltungsgebundener digitaler Arbeitsunterlagen sowie Catering und Getränken bei Präsenz-Teilnahme
Termine
Inhouse
Ansprechpartner
info@hdt.de
+49 201 1803-1
Frank Adamczyk
f.adamczyk@hdt.de
+49 201 1803-373


