
Schaltberechtigung von 1 bis 36 kV – Grundlagenlehrgang
Das Seminar "Schaltberechtigung von 1 bis 36 kV – Grundlagenlehrgang" vermittelt alle erforderlichen Fachkenntnisse zum Erwerb der Schaltberechtigung für elektrische Anlagen. Konkrete Beispiele aus dem Netzbetrieb und Netzbau zeigen, wie Schalthandlungen sicher und regelkonform durchgeführt werden. Die gemeinsame Analyse aktueller Arbeitsunfälle aus der Branche schärft das Bewusstsein für Gefahren und zeigt typische Fehlerquellen auf. Dabei wird fundiertes Wissen über die gesetzlichen Grundlagen und technischen Normen vermittelt, insbesondere DGUV Vorschrift 1 (Grundsätze der Prävention), DGUV Vorschrift 3 (Elektrische Anlagen und Betriebsmittel), sowie die DIN VDE 0105-100 (Betrieb von elektrischen Anlagen). Neben technischen Aspekten werden auch die rechtlichen und gesundheitlichen Folgen von Fehlverhalten thematisiert – von Personenschäden bis hin zu möglicher strafrechtlicher Verantwortung. Zudem bietet das Seminar eine Einführung in Aufbau, Funktion und Betrieb von Schaltanlagen. Die Kenntnis der Inhalte wird am Ende des Seminars im Rahmen einer Prüfung bestätigt.
Zum Thema
Die Schaltberechtigung ist eine schriftlich erteilte Genehmigung, die es qualifizierten Elektrofachkräften erlaubt, Schalthandlungen an definierten Anlagenabschnitten durchzuführen. Sie setzt eine fundierte Schaltbefähigung voraus, die durch eine spezifische Schulung gemäß DIN VDE 0105 100 und DGUV Vorschrift 3 nachgewiesen wird. Nur der Unternehmer oder die verantwortliche Elektrofachkraft darf diese Berechtigung im Unternehmen vergeben. Basis dafür ist eine Gefährdungsbeurteilung, die definiert, wo und wann Schalthandlungen zulässig sind. Zudem muss der Berechtigte die Fünf Sicherheitsregeln im Umgang mit elektrischen Anlagen sicher anwenden können. Die Berechtigung gilt für festgelegte Spannungsebenen, etwa Niederspannung bis Mittel- und Hochspannung abhängig vom Anwendungsbereich. Sie ist kein gesetzlicher Ausbildungsberuf, sondern eine berufsbezogene Zusatzqualifikation im Verlauf der Praxis. Die Bestellung erfolgt schriftlich, um Verantwortlichkeit zu dokumentieren und Haftungsrisiken zu minimieren. Regelmäßige Auffrischungsunterweisungen alle 3–4 Jahre erhalten die fachliche Kompetenz und rechtliche Gültigkeit.
Zielsetzung
Ziel des Seminars „Schaltberechtigung 1 bis 36 kV“ ist die Vermittlung der notwendigen Fachkenntnisse und Sicherheitsregeln für das sichere Schalten in Mittel- und Hochspannungsanlagen. Die Teilnehmenden erwerben die Voraussetzungen zur Schaltberechtigung gemäß geltender Normen, Vorschriften und betrieblicher Anforderungen – inklusive praktischer Beispiele.
Teilnehmerkreis
- Anlagenbetreiber
- Anlagenverantwortliche
- Arbeitsverantwortliche
- Elektrofachkräfte (EFK)
- Elektroingenieure
- Techniker
- Elektromeister
- Elektro-Instandhalter
- Elektrotechnisches Führungspersonal
- EVU-Monteure (Energieversorgungsunternehmen)
- Verantwortliche Elektrofachkräfte (VEFK)
Programm
- Begrüßung und Einführung
- Vorstellung der Teilnehmenden
- Zielsetzung des Seminars
- Organisatorisches
- Anforderungsprofil und rechtliche Grundlagen
- Anforderungen an schaltberechtigte Personen
- Mitgeltende Normen und Bestimmungen (z. B. VDE 0101, VDE 0105-100)
- Gefahren des elektrischen Stroms und Unfallverhütung
- Unterweisung über Gefahren
- Einrichtungen zur Unfallverhütung bei Schalthandlungen
- Die fünf Sicherheitsregeln und ihre Umsetzung
- Die präzisierten fünf Sicherheitsregeln
- Besonderheiten bei Hochspannungsanlagen (1–36 kV)
- Betriebsmittel und praktische Anwendungen
- Luft- und gasisolierte Schaltanlagen
- Transformatoren, Schaltgeräte
- Spannungsmesser, Erdungs- und Kurzschlusseinrichtungen
- Körperschutzmittel, Betätigungs- und Isolierstangen
- Spezielle Arbeitssituationen
- Arbeiten unter Spannung mit besonderen Maßnahmen
- Auswechseln von Sicherungseinsätzen
- Bauarbeiten in der Nähe unter Spannung stehender Anlagen
- Anforderungen an Schalträume und deren Einrichtungen
- Tagesstart und Rückblick auf Tag 1
- Schaltgeräte, Schaltanlagen und Schutzeinrichtungen
- Aufbau, Funktion und Sicherheitsaspekte
- Schaltgespräch und Schaltauftrag
- Inhalte, Ablauf und Dokumentation
- Umsetzung der fünf Sicherheitsregeln in der Praxis
- Vorbereitung und Durchführung von Schalthandlungen
- Praktische Übungen mit den Teilnehmenden
- Durchführung von Schalthandlungen
- Anwendung der Sicherheitsregeln
- Prüfung und Abschluss
- Theoretische Prüfung
- Auswertung, Feedback und Ausgabe der Teilnahmebescheinigungen
Referenten
Leiter Netzbetrieb / Netzbau Strom | Freier Dozent Elektrotechnik
Patrick Wessel ist ausgebildeter Elektroniker für Betriebstechnik und hat sich durch Weiterbildungen zum Netzmeister Strom sowie Netzingenieur Strom qualifiziert.
Seine berufliche Laufbahn begann er als Netzmonteur und übernahm später die Rolle des Netzbetriebsmeisters bei einem großen Netzbetreiber. Aktuell ist er als Abteilungsleiter Netzbetrieb / Netzbau Strom bei einem regionalen Stadtwerk tätig.
Nebenberuflich ist er als freier Dozent in der Elektrotechnik tätig und gibt sein Fachwissen praxisnah weiter
Hinweise
Teilnehmende sollten Elektrofachkraft im Sinne von DGUV Vorschrift 3 und VDE 0105-100 sein.
Dieses Seminar ist ein Pflichtseminar für alle Elektrofachkräfte, die in Mittel- und Hochspannungsanlagen (> 1 kV) Schalthandlungen und Arbeiten durchführen müssen. Alle Spannungsebenen über 1 KV werden behandelt.
Neben den weiter genannten Voraussetzungen zur Erteilung der Schaltberechtigung ist immer eine Einweisung in die zu schaltenden Anlagen vor Ort notwendig. Diese praktische Einweisung kann im Seminar nicht geleistet werden, da die Vielfalt der Anlagen sehr groß ist.
Hinweis zu den Seminartagen:
Die Inhalte des Seminars werden individuell an den Kenntnisstand und die berufliche Praxis der Teilnehmenden angepasst. Im Verlauf der beiden Seminartage kann es zu Änderungen in der Reihenfolge der Themen kommen, um auf Fragen und Schwerpunkte der Gruppe flexibel eingehen zu können.
Preise
mehrwertsteuerfrei, einschließlich veranstaltungsgebundener digitaler Arbeitsunterlagen sowie Catering und Getränken bei Präsenz-Teilnahme
Termine
Inhouse
Ansprechpartner
info@hdt.de
+49 201 1803-1
Katrin Dietz
k.dietz@hdt.de
+49 201 1803-462